FabricatorHigh-Tech Eigenproduktion:
Der Personal Fabricator

Als Personal Fabrication (auch Digital Manufacturing, Rapid Prototyping, 3d Printing oder Generative Fertigung) bezeichnet man Verfahren, bei denen das Produkt aus kleinsten Elementen (Staub, Tropfen) aufgebaut wird.

Also kein dicker Block, bei dem alles entfernt wird, was nicht dazugehört, sondern die Erzeugung der gewünschten Form Schicht für Schicht.

 

Vorteile

Form & Produkt
Man kann fast alle denkbaren Formen herstellen, auch solche die mit anderen Verfahren nicht zu realisieren sind.

Kosten & Zeit
Bei vielen anderen Verfahren muss ich aufwändig sehr teure Werkzeuge und Gussformen herstellen. Das kostet viel Zeit und vor allem Geld. Mit dem Fabricator kann ich das gewünschte Bauteil direkt "ausdrucken". Und es lohnt sich auch, nur ein einziges Stück herzustellen.

Effizienz & Abfall
Der Abfall ist naturgemäß sehr gering.

Flexibilität
Wie bei den meisten computergestützten Verfahren kann ich die vorgegebenen Form vollständig meinen Wünschen anpassen.

Jedem das Seine
Jedes Produkt ist ein Unikat. Man kann natürlich auch mehrere Exemplare herstellen, aber wenn man will kann man diese alle individuell anpassen

 

Nachteile

Zeit
Noch sind generative Verfahren recht langsam, die Herstellung eines Stücks kann Stunden, sogar Tage dauern.
Das ist allerdings nur dann ein Nachteil, wenn man die Gussform und Werkzeuge bereits hat. Muss man die extra herstellen kostet das sehr viel mehr Zeit und Geld.
Und vor allem: kann man die Daten per E-Mail schicken und vor Ort "ausdrucken" geht das allemal schneller als sich so ein Teil aus einem Vorratslager schicken zu lassen.

Material
Noch kann man nicht alle denkbaren Materialien verwenden. Am einfachsten sind momentan bestimmte Kunststoffe zu verwenden. Es gibt auch Methoden mit Metallpulvern und Halbleitern. Materialien sind noch sehr teuer (um € 100 pro kg).

Kosten
Die Anlagen sind noch nicht für jedermann erschwinglich. Aber mit Preisen ab € 20- 30.000 durchaus vergleichbar mit den Investitionen in Copy-Shops.
Auch Farb-Laserdrucker waren anfänglich fast unbezahlbar, inzwischen gibt es sie für wenige hundert Euro in jedem Laden. Daher erwarten wir auch weiter stark fallende Preise.

 

Fabricator im EinsatzTechnik

Es gibt eine ganze Reihe Verfahren, die unter dem Namen der Personal Fabrikation zusammengefasst werden. Bei allen wird das Objekt aus dünnen Schichten aufgebaut.

3d Printing
In ein Bett aus Basispulver wird mit einem Druckkopf Bindemittel gespritzt, so dass das Pulver an diesen Stellen abbindet.

Fused Deposition Modelling (FDM)
Wie aus einer Teigspritze (oder Klebstoffpistole) wird das Material aus einer (sehr feinen) Düse schichtweise aufgebracht.

Laminated Object Manufacturing
Hier wird für jede Lage eine dünne Folie (oder Papier) auf die gewünschte Form zugeschnitten und mit der Unterschicht verklebt.

Stereolithographie
Ein Laser zeichnet die Konturen in einem Behälter mit Flüssigharz, dass durch das Licht aushärtet.

Selective Laser-Sintering
Pulverförmiges Material (auch Metall) wird durch einen Laser verschmolzen.


Für uns am interessantesten sind sicher das FDM (vergleichsweise billig, ohne Chemie) und das Lasersintern (eher teuer, aber sehr gute Qualität).

Weiterlesen
Eine sehr gute Übersicht bietet das RTE Journal von Prof. Andreas Gebhardt, zum Beispiel seine Einführung in die Verfahren.

Sehr anschaulich: Die Computeranimationen. So sieht man, wie die Maschinen funktionieren.

 

Fabricator FDM TitanWas kostet das?

Die billigsten professionellen Maschinen kosten ab € 30.000 (Tendenz fallend), Sinteranlagen ab ca. € 200.000. Rohmaterial kostet (noch) ca. € 80 - 120 pro Kilogramm.

 

Gibt es noch mehr?

Im Labor hat ein Fabricator erstmals ein Objekt aus verschiedenen Materialien in einem Arbeitsgang hergestellt. Die Knopfbatterie besteht aus Plastik (außen), den verschiedenen Leiterschichten innen und wieder einer Lage Plastik obendrauf.

Das ganze funktioniert auch in großem Maßstab. Mit PU-Schaum als Kern kann man Modelle bis zur Größe eines Autos schnell herstellen. Und Contour Crafting ist ein Ansatz, um auf dieselbe Weise (durch das Aufspritzen von Beton) sogar ganze Häuser zu bauen. (Siehe dazu www.contourcrafting.org)

 

Fabricator ProdigyUnd was ist "Fabbing"?

Fabricators sind eng verwandt mit dem “Fabbing“, der computergestützten Fertigung mit "normalen" Maschinen wie CNC- Fräse und Schneideplotter.
Siehe hierzu z. B. die Fab Labs von Gershenfeld.

 

 

Weiterlesen...

Wir empfehlen:

Artikel

  •  Mach's Dir selbst (Brand Eins, 01/2006)
  •  Die Brille aus dem Drucker (ein Artikel im Spiegel),
  •  den dazugehoerigen Artikel aus dem Innovations-Report und...
  •  ..die hübsche Website von FutureFactories
  •  Tailor-printed shoes will offer a perfect fit (New Scientist)
  •  Wie man Ballak klont (Der Spiegel, Heft 41/2005, Seite 82)
  •  The Dream Machine (Wired, über den Fabricator)
  •  How to Make (Almost) Anything (The Boston Globe)
  •  The Dream Factory (Wired, wie man heute schon Dinge fabben kann: im Internet-Versandhaus)


  • Websites

    instructables.com - Do it Yourself-Projekte

    sfb582 - Sonderforschungsbereich 582 zur mobilen Fertigung

    Contour Crafting - ganze Häuser "drucken"

    From the Digital Age to the everyday life - Website und Blog unseres Associates Laurent Straskraba

     

    Buchcover FABBücher

     

  •  FAB: The Coming Revolution on Your Desktop
    - From Personal Computers to Personal Fabrication


    Neil Gershenfeld vom MIT, Basic Books, 2005
    ISBN 0-465-02745-8, US-$ 26, ca. 250 Seiten. Zu finden bei Amazon.

  • Buchcover "Vom PC zum Personal Fabricator"FAB  Vom Personal Computer zum Personal Fabricator
    Übersicht über den Stand der Entwicklung und der wichtigsten Lieferanten.

    Andreas Neef, Klaus Burmeister, Stefan Krempl, Murmann-Verlag, 2005
    ISBN 3-938017-39-2, € 35, ca. 120 Seiten. Hier eine Leseprobe (PDF, 152 kB)
  •  

    Viel Spass!